Deutsch-Französische Agentur für den Austausch in der beruflichen Bildung

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Wenn die Vorgeschichte Europas Auszubildende vereint: Neandertaler, Cro-Magnon und moderne Rollenbilder: ProTandem-Preis für herausragendes Austauschprojekt

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Mit großer Freude wurde am 4. April 2025 am Lycée Professionnel Joséphine Baker in Sarlat der ProTandem-Preis verliehen – eine Auszeichnung für ein herausragendes deutsch-französisches berufliches Austauschprojekt, das junge Menschen aus zwei Ausbildungsbereichen miteinander verbindet.

In Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg Neandertal in Mettmann haben acht französische SchülerInnen des Bildungsgangs AGORA (Assistance à la gestion des organisations) und acht deutsche Auszubildende aus der Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales ein spannendes Projekt zum Thema Geschlechterstereotype in prähistorischen Gesellschaften durchgeführt. Der Titel: „Neandertaler, Cro-Magnon, Männer und Frauen – gestern… und heute?“. Über mehrere Monate hinweg wurde das Projekt in virtuellen Austauschformaten, bei Treffen vor Ort und in Workshops in Museen umgesetzt.

Das ambitionierte Vorhaben mündet in eine Wanderausstellung mit zweisprachigen Tafeln, Videos und weiteren Formaten – alles in deutsch-französischen Tandems erarbeitet, mit wissenschaftlichem, künstlerischem und interkulturellem Anspruch. Partner des Projekts sind zwei renommierte Institutionen: das Musée national de la Préhistoire in Les Eyzies und das Neanderthal Museum in Mettmann.

„Dieses Projekt hat gezeigt, dass Lernen nicht auf das Klassenzimmer beschränkt ist: Es wird erlebt, geteilt und in zwei Sprachen und zwei Kulturen gemeinsam gestaltet.“ — Jonathan Hervieux, Lehrer für Geschichte und Französisch am Lycée Joséphine Baker.

Die Jugendlichen setzten sich gemeinsam mit Themen auseinander wie: die Rolle der Frauen in frühen Gesellschaften, Fürsorge in prähistorischen Gruppen, soziale Rollen anhand von Schmuck und Kleidung oder aktuelle Herausforderungen der kulturellen Vermittlung. Diese Herangehensweise schlug eine Brücke zwischen ihrer Ausbildung und zentralen gesellschaftlichen Fragestellungen.

Das Gesamtprojekt beinhaltete einen gemeinsamen Tandemsprachkurs, Betriebspraktika, hybride Formate und pädagogische Begleitung – eine bewährte Kombination, die hier in einem echten gemeinschaftlichen Werk voller Bedeutung mündete.

„Es ist beeindruckend, wie die Teilnehmenden durch dieses Projekt sowohl fachlich – etwa in Recherche, Analyse und Medienproduktion – als auch soziokulturell und interkulturell wachsen. Als Förderprogramm freuen wir uns, einen so vielschichtigen Austausch zu ermöglichen. Die inhaltliche Tiefe und kreative Umsetzung waren ausschlaggebend für die Auszeichnung als eines der beiden Gewinnerprojekte des ProTandem-Preises 2025.“ — Anika Jurisch, deutsche Delegierte von ProTandem

Die Preisverleihung in Sarlat, im Beisein von SchülerInnen und Auszubildenden, Lehrkräften, Kulturpartnern und Vertreterinnen von ProTandem, würdigte die Leistung aller Beteiligten. Ein besonderer Moment, um das Engagement, die Neugier und die kreative Kraft der Jugendlichen zu feiern.

Mit diesem Projekt zeigen Sarlat und Mettmann, dass deutsch-französische Austauschprojekte in der beruflichen Bildung echte Orte kollektiver Intelligenz sein können – und dass selbst die fernste Geschichte der Menschheit zum Motor eines lebendigen, aktuellen und zukunftsorientierten Dialogs werden kann.