Deutsch-Französische Agentur für den Austausch in der beruflichen Bildung

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Vom Ausbildungsbetrieb in den Reichstag: ein Austausch mit Signalwirkung

Was haben eine Backstube, ein Handwerksbetrieb in Sachsen und der Reichstag in Berlin gemeinsam? Für zehn französische Auszubildende des Lycée Hôtelier International in Lille-Fives und ihre deutschen TandempartnerInnen der Ernst-Benary-Schule Erfurt waren sie Teil eines gemeinsamen Lernwegs. Mit dem Rückbesuch der französischen Gruppe fand im Dezember ein besonderer ProTandem-Austausch seinen Abschluss. Dieser Ausflug hat gezeigt wie eng berufliche Bildung, Sprache und europäische Zusammenarbeit miteinander verbunden sind.

Nach dem gemeinsamen Auftakt mit Tandemsprachkursen – fester Bestandteil der ProTandem-Austausche – stand beim Aufenthalt in Deutschland vor allem die Praxis im Mittelpunkt. Zwei Wochen lang arbeiteten die französischen Auszubildenden in regionalen Handwerksbetrieben, sowie im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Chemnitz. Begleitet von Ausbildern wie Konditormeister Kay Schroth sammelten sie praktische Erfahrungen und lernten den deutschen Ausbildungsalltag aus nächster Nähe kennen.

Der besondere Höhepunkt dieses Austausches erwartete die angehenden BäckerInnen und KonditorInnen in Berlin: Beim Besuch des Reichstags traf die Gruppe den Bundestagsabgeordneten Ruppert Stüwe. Für die Teilnehmenden war dies weit mehr als ein Blick hinter politische Kulissen: Sie erlebten, dass ihr berufliches Engagement und ihr grenzüberschreitender Einsatz wahrgenommen und wertgeschätzt werden.

Der Austausch machte deutlich, was ProTandem seit Jahren verfolgt: Berufliche Mobilität verbindet Praxis, Sprache und gesellschaftliche Teilhabe. Oder, wie Ruppert Stüwe es in einer Rede im Deutschen Bundestag formulierte: „Die deutsch-französische Zusammenarbeit endet nicht an Hochschulen – sie gehört ebenso in die Ausbildung. Genau dort setzt ProTandem an und schafft Räume, in denen Handwerk, Bildung und Europa zusammenkommen.“